Implementierung & Go-Live
Datenmigration planen: Das unterschätzte Risiko bei jedem Systemwechsel
5 Min. Lesezeit
Fragen Sie erfahrene Projektleiter nach dem größten Risiko im Systemwechsel, lautet die Antwort fast immer: die Daten. Migration wird in Angeboten als Nebensatz behandelt — und ist in der Praxis ein eigenes Projekt.
Was wirklich migriert werden muss
Nicht alles, was im Altsystem liegt, gehört ins neue. Die ehrliche erste Frage lautet: Welche Daten brauchen wir im Tagesgeschäft wirklich? Typischerweise: aktuelle Stammdaten, offene und zukünftige Buchungen, laufende Rechnungen. Historien können oft im Altsystem oder als Archiv vorgehalten werden.
Qualität vor Quantität
Dubletten, veraltete Einträge, inkonsistente Schreibweisen: Altdaten tragen die Spuren von Jahren. Wer sie ungeprüft übernimmt, importiert die Probleme gleich mit. Die Bereinigung ist Aufgabe des Betriebs — kein Anbieter kennt Ihre Daten gut genug dafür.
Der Probelauf ist Pflicht
Eine Migration, die erstmals am Go-Live-Wochenende läuft, ist ein Risiko, kein Plan. Mindestens ein vollständiger Probelauf mit Stichprobenprüfung durch Fachanwender gehört in jeden Zeitplan — mit Puffer für Korrekturen.
Verantwortlichkeiten schriftlich klären
Wer liefert die Exporte? Wer bereinigt? Wer prüft das Ergebnis fachlich? Wer haftet, wenn Daten fehlen? Diese vier Fragen gehören in den Vertrag oder zumindest in den Projektplan — bevor die Migration beginnt, nicht wenn sie schiefgeht.
Fazit
Migration ist kein technischer Nebenpunkt, sondern ein fachliches Teilprojekt mit eigenem Plan, eigener Verantwortung und eigenem Termin. Wer das früh anerkennt, vermeidet die teuerste Überraschung des Systemwechsels.
Checkliste zum Ausdrucken
Datenmigration planen und prüfen
Den Datenumzug als eigenes Teilprojekt steuern: Umfang festlegen, Daten bereinigen und den Wechsel vollständig proben.
A4 · 1 Seite
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