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Softwareauswahl & Anbieter

Anforderungskatalog für Software erstellen: Die Grundlage jeder Entscheidung

5 Min. Lesezeit

Ein Anforderungskatalog klingt nach Bürokratie. In Wahrheit ist er das wirksamste Instrument, um Softwareprojekte unter Kontrolle zu halten.

Er erfüllt drei Aufgaben: Er macht Angebote vergleichbar, er wird Teil des Vertrags — und er definiert später, wann die Implementierung als abgenommen gilt.

Aus Prozessen ableiten, nicht aus Wunschlisten

Beginnen Sie mit Ihren tatsächlichen Abläufen. Gehen Sie jeden Kernprozess durch und fragen Sie: Was muss das System an dieser Stelle können? Sammeln Sie dazu die Menschen ein, die täglich damit arbeiten — nicht nur die Geschäftsführung.

Formulieren Sie Anforderungen fachlich: „Das System muss Gruppenbuchungen mit Kontingenten und Sperrlisten abbilden“ statt „Das System braucht ein gutes Gruppenmodul“.

Priorisieren mit Konsequenz

Nicht alles ist gleich wichtig. Teilen Sie jede Anforderung in Muss, Soll oder Kann ein. Die Disziplin liegt darin, die Muss-Liste kurz zu halten: typischerweise 20 bis 40 Punkte, die wirklich geschäftskritisch sind.

  • Muss: ohne diese Funktion kein Go-Live
  • Soll: wichtig für Effizienz, Workaround akzeptabel
  • Kann: Zukunftsoption, nicht entscheidungsrelevant

Antwortformat vorgeben

Lassen Sie Anbieter jede Anforderung einzeln beantworten: Standardfunktion, Anpassung, Drittsystem oder nicht möglich — jeweils mit Preisangabe. Nur so entsteht eine Vergleichsmatrix, die eine Entscheidung trägt.

Der Katalog lebt weiter

Nach der Auswahl wird der Katalog Vertragsanhang und Abnahmemaßstab. Jede Muss-Anforderung, die der Anbieter als Standard bestätigt hat, ist Teil der Leistung. Das ist Ihre Absicherung, wenn es im Projekt schwierig wird.

Fazit

Ein guter Anforderungskatalog kostet einige Tage Arbeit und spart später Wochen des Streits. Er ist das zentrale Dokument, das Auswahl, Vertrag und Abnahme verbindet.

Checkliste zum Ausdrucken

Softwareanforderungen festhalten

Aus betrieblichen Abläufen überprüfbare Anforderungen ableiten – als Grundlage für Auswahl und spätere Abnahme.

A4 · 1 Seite

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